LOGIN

Aktuelles aus Forschung & Wissenschaft: Antrittsvorlesungen an der NBS Northern Business School

07.06.2018 10:34   

Prof. Dr. Eric Sons, Professur "Theorien und Methoden Sozialer Arbeit"

Prof. Dr. Sebastian Vollmer, Professur "Internationale Rechnungslegung"

Prof. Dr. Achim Wortmann, Professur "Wirtschaftspsychologie"


Am Donnerstag, den 31.05.2018, fanden im neuen Studienzentrum „AlsterCity“ der NBS Northern Business School in Hamburg die Antrittsvorlesungen neu berufener Professoren im Sommersemester 2018 statt. Neuzugänge verzeichnet die Hochschule in den Fachbereichen „Theorien und Methoden Sozialer Arbeit“, „Internationale Rechnungslegung“ und „Wirtschaftspsychologie“. Zu den Vorträgen erschien ein gemischtes Publikum aus Studierenden, Professorinnen und Professoren der Hochschule, Mitgliedern der Geschäftsführung sowie Verwaltungsmitarbeitern. Die drei Vorträge stammten aus drei unterschiedlichen Fachbereichen mit gleichermaßen interessanten Themen.

Prof. Dr. Sons, widmete sich dem Thema „Jugendarbeit in Zwangskontexten: Methodologische Aspekte und empirische Ergebnisse“. Hierzu definierte er zunächst die Besonderheiten der Sozialen Arbeit und erläuterte die aktuellen Entwicklungen und Untersuchungen zur geschlossenen Unterbringung (GU) von straffällig gewordenen Jugendlichen. Nachfolgend untersuchte Prof. Dr. Sons Zwangskontexte anhand zweier Fallbeispiele: der Bildhauerwerkstatt „Gallus“ und dem „Boxcamp Diemelstadt“. In der Bildhauerwerkstatt leisteten die Jugendlichen Sozialstunden in einer ambulanten Maßnahme ab, die Resozialisierung und individuelle Freiheitserfahrungen in und durch Kunst kombiniere. Das stationäre Boxcamp zeichne sich hingegen durch Disziplinierung, hohe soziale Kontrolle und Isolierung von der Außenwelt aus. Persönliche Gegenstände seien zu Beginn abzugeben, Freizeit würde durch die dort anwesenden „Respekttrainer“ nicht gewährt. Abschließend unterzog Sons seinem Fallvergleich einer kritischen Betrachtung. Er bewertete die erarbeiteten Strukturkategorien als zu allgemein und verdeutlichte, dass die mikrosozialen Prozesse, in denen Freiheit und Zwang hervorgebracht würden, besser erforscht werden müssten. In Konsequenz bedürfe es weiterer empirischer Untersuchungen.

Zweiter Vortragender war Prof. Dr. Sebastian Vollmer, Professur Internationale Rechnungslegung. Unter dem Titel „Wert, Preis und Bewerten: Ein Ausschnitt aus der Bewertungslehre“ beschäftigte er sich mit dem Thema der Unternehmensbewertung. Er definierte Wert, Preis und tatsächlichen Wert und betrachtete die Bewertungslehre im historischen Verlauf. Unverändert sei die Tatsache, so Prof. Vollmer, dass die Bewertungsergebnisse mit Unsicherheit behaftet seien. So mache beispielsweise die Finanzkrise die Prognose des Marktgleichgewichts anhand empirischer Belege unmöglich. Sogar die Spitzenbewertung (AAA) einer Ratingagentur sei nur ein Indikator für „quasi“ risikofreies Wirtschaften. Die Erkenntnis aus Krisenzeiten zeige daher, dass bei der Unternehmensbewertung nichts risikofrei ist. Daher sei die Bewertungslehre im stetigen Verbesserungsprozess, um sich den „tatsächlichen“ Unternehmenswerten anzunähern und die Komplexität von Bewertungen und Werten aufzuschlüsseln.

Prof. Dr. Achim Wortmann, Professur „Wirtschaftspsychologie“, referierte zu dem Thema „Warum Personaldiagnostik im Change Management wichtig ist“. Er setzte sich zunächst mit den zugrundeliegenden Begriffen „Verhalten“ und „Verhaltensvorhersage“ auseinander und betrachtete dann den Widerstand gegen Veränderungen innerhalb von Unternehmen („resistance to organizational change“). Letzterer könne in ultimativer Konsequenz gar zur reellen Kündigungsabsicht eines Arbeitnehmers führen, so Prof. Wortmann. Die Entstehung dieser Handlungsabsicht sei aus Unternehmensperspektive durch geschicktes Change Management zu vermeiden. Als Fallbeispiel führte Wortmann die Einführung eines neuen IT-Systems in einem Unternehmen, eine sogenannte digitale Transformation, an. In der Tat sei der Fortschritt dieses Projektes durch enormen Widerstand seitens der betroffenen Arbeitnehmer torpediert worden, der sich nicht zuletzt in einer enormen Kündigungswelle geäußert habe. Mittels der Durchführung personal- und organisationsdiagnostischer Maßnahmen mit dem Ziel der Verhaltensprädiktion und Vertrauenswiederherstellung konnten einige der Kündigungen rückgängig gemacht und der Projekterfolg ohne Verzögerung sichergestellt werden.

An die Vorträge schlossen durchweg interessierte Fragen und Diskussionsansätze an, denen die Vortragenden mit Offenheit und Flexibilität begegneten. Fortgeführt wurden die angefangenen Gespräche in gemütlicher Runde bei Prosecco und Soft Drinks. Die akademische Sitte der Antrittsvorlesungen bewies sich wieder einmal als geeignete Gelegenheit zur thematischen und persönlichen Annäherung innerhalb der unterschiedlichen Statusgruppen der NBS-Hochschule. In Zukunft freuen sich alle Beteiligten auch über die Teilnahme externer Parteien und Personen. Die Antrittsvorlesungen sind öffentlich und somit für jeden zugänglich!