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Die Netflix-Serie "Dark" steckt voller Geheimnisse. Aber das kommt nur so gut an, weil auch Vertrautes eine wichtige Rolle spielt. Bild: Netflix.

Vertrackte Mystery-Serien treffen den Geschmack der Zeit. Ganz besonders hat das Netflix mit seiner Serie "Dark" erfahren. Wie kommt es dazu?  

Am Wochenende ist die dritte und letzte Staffel der Mystery-Serie "Dark" beim Streaming-Dienst Netflix angelaufen. Seit 2017 ist sie ein Welterfolg geworden. Die Serie spielt im historischen und gegenwärtigen Deutschland und trägt dabei eine unverkennbar amerikanische Handschrift. Eine ähnliche Konzeption bot bereits die Serie "Stranger Things", die allerdings rein amerikanisch entstanden ist. 

Marcel Schütz, Soziologe und NBS-Research Fellow, hat den Erfolg der Serie im Online-Magazin "Sozialtheoristen", einem Wissenschaftsblog, resümiert. Sein Fazit: "Dark" bietet im Rahmen einer vertrackten Familiengeschichte die geballte Ladung kultureller Eigenheiten, Symbole und Spielarten, die verschiedene Zeitabschnitte in der deutschen Geschichte betreffen. Dieser Rahmen gibt der eigentlichen Story, einer ungeklärten Serie an Vermissten in der fiktiven deutschen Kleinstadt Winden, erst seine besondere Würze.  

Vor allem die 1950er und 1980er Jahre kommen mit einem reichhaltigen Arsenal an "typisch" deutschen Artefakten zum Vorschein: ob mit dem gelben Reclam-Heftchen im Deutschunterricht, eckigen alten Polizeiautos, Mordberichten in der Lokalzeitung oder "Raider"-Schokoriegeln. Das kommt auch international gut an. Fast klischeehaft wird die provinzielle Einöde eines förmlich vom Rest der Zivilisation abgeschiedenen Landstrichs porträtiert. Riesige Wälder, nebenan ein Atomkraftwerk und ominöse Höhlen, die offenbar den Weg in eine Parallelwelt ebnen.  

"Es ist eigentlich eine Art Bundesrepublik-Horrormärchen", meint Marcel Schütz gegenüber dem NBS Marketing. "Die düstere Atmosphäre in dieser Stadt Winden, die diffusen Geheimnisse der dort lebenden Menschen, ihre Macken, ihre dämonischen Züge und ihre Durchschnittlichkeit, all das nimmt in diesem Format viel attraktiven Raum ein. Es ist, wenn man so will, das deutsche Twin Peaks. Und hier trägt viel dazu bei, dass ein US-Sender den Stoff produziert hat."

Stiltypisch sei in diesem Zusammenhang auch, dass die Serie zwar in die Kategorie Mystery/Horror gehöre, aber konträr dazu eine peinlichst präzise Authentizität an den Tag legen wolle: "Bis auf die Namen der Örtlichkeiten ist in dieser Serie alles so, wie es in der alten Republik gewesen ist: Es gibt sogar Helmut Kohl, Modern Talking und den Deutschlandfunk. Dieses Spiel mit Vertrautem und Fremdem findet starke Nachfrage. Und es passt auch in eine hektische Zeit, in der viele Umbrüche und Veränderungen ein Thema sind. Wenn man so will ist es wieder eine Romanze oder Realitätsflucht: ein bisschen guter alter BRD-Charme und ein bisschen Drama drumherum. So langweilig, dass es wieder spannend ist."

Die vollständige Rezension ist auf dem Portal "Sozialtheoristen" abzurufen.  

Marcel Schütz forscht und lehrt an der Northern Business School Hamburg und den Universitäten Oldenburg und Bielefeld. Er ist wissenschaftlicher Experte für Regelabweichungen und Störungen. Kontakt: schuetz[at]nbs.de.  
Ihr Ansprechpartner für die Pressearbeit an der NBS Hochschule ist Frau Kathrin Markus (markus[at]nbs.de). Sie finden den Pressedienst der NBS mit allen Fachthemen, die unsere Wissenschaftler abdecken, unter www.nbs.de/die-nbs/presse/expertendienst/.

Die NBS Northern Business School – University of Applied Services ist eine staatlich anerkannte Hochschule, die Vollzeit-Studiengänge sowie berufs- und ausbildungsbegleitende Studiengänge in Hamburg anbietet. Zum derzeitigen Studienangebot gehören die Studiengänge Betriebswirtschaft (B.A.), Sicherheitsmanagement (B.A.), Soziale Arbeit (B.A.), Business Management (M.A.) und Real Estate Management (M.Sc.).