LOGIN

Über 100 Teilnehmer beim Sicherheitsforum 2018 an der NBS

08.03.2018 16:41   

Prof. Dr. Här bei seiner Begrüßungsrede

Ehrengast US-Generalkonsul Richard Yoneoka eröffnete das NBS Sicherheitsforum


Am Mittwoch, den 28. Februar 2018, setzte die NBS Northern Business School die erfolgreiche Veranstaltungsreihe im Bereich Sicherheitsmanagement fort und richtete zum vierten Mal das „Forum Sicherheit“ im Studienzentrum Quarree aus. Zu der Veranstaltung erschien eine Rekordzahl von über 100 Gästen aus Wirtschaft, Politik und dem Hochschulsektor, darunter auch Studierende des Bachelorstudienganges „Sicherheitsmanagement (B.A.)“, die die Veranstaltung zum Networking für den Berufseinstieg nutzen konnten. Ehrengast des Forums war der US-Generalkonsul Richard Yoneoka, der die Veranstaltung mit einer Keynote-Speech eröffnete.

Generalkonsul Yoneoka führte in das Thema "Sicherheit" ein und thematisierte in seiner Eröffnungsansprache zunächst die Bedeutung einer erfolgreichen transatlantischen Partnerschaft für das Sicherheitsgefühl der Menschen. Er wies auf die große Bandbreite relevanter Sicherheitsfaktoren hin: Diese reichten von klassischen Sicherheitsrisiken, wie etwa denen eines Krieges, über persönliche Sorgen, wie z. B. in Hinblick auf Wirtschaftsthemen bis hin zur Angst vor Terroranschlägen. Hinzu kämen neue Risiken, wie z. B. Cyber-Bedrohungen, die auch in der Bevölkerung als zunehmend bedrohlich angesehen würden. Für die Profession des Sicherheitsmanagements ergäbe sich daraus eine besondere Bedeutung, was auch zu ausgezeichneten Jobperspektiven führe.

Im ersten Fachvortrag referierte Herr Ralf Kampner vom Landeskriminalamt (LKA) Hamburg zum Thema Wirtschaftskriminalität in Hamburg. Sichere Aussagen seien schwierig, weil die absoluten Zahlen gering seien und die Begehungsweisen sehr vielfältig. Zudem betrachte die Polizei nur die bekannt gewordenen Straftaten, das sogenannte Hellfeld, während nicht angezeigte Taten im Dunkelfeld verborgen blieben. Der Anteil der Wirtschaftskriminalität in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 betrage mit 575 Taten nur 0,3 % aller Delikte, die jedoch 23,2 % des erfassten Gesamtschadens verursachen. Schwerpunkte waren in den vergangen Jahren die Insolvenzkriminalität und Betrug und Untreue im Zusammenhang mit Kapitalanlagen. Ebenso habe es eine Reihe von Fällen des sogenannten CEO-Frauds gegeben. Erschwert sei die Aufklärung von interner Unternehmenskriminalität, da hier zu vermuten ist, dass die geschädigten Unternehmen, z. B. aus Angst vor Reputationsschäden, oftmals keine Anzeigen erstatten. Herr Kampner warb jedoch für die regelmäßige Erstattung von Anzeigen, die auch unternehmensintern als Signal für eine Kultur der konsequenten Ächtung strafbaren Handelns wirken würden.

Herr Christian Caballero Kroschel, COO bei der FlyNex GmbH und Preisträger des diesjährigen Hamburger Sicherheitspreises, stellte in seinem Vortrag die Möglichkeiten unbemannter Luftfahrtsysteme – Drohnen – im Zusammenhang mit Aufgaben des Sicherheitsmanagements vor. Er führte an, dass Gefahrenlagen mithilfe von Drohnen besser kontrolliert werden könnten. So könnten diese etwa zur Vermisstensuche, als Perimeterschutz, für Livelage-Bilder, zur Objektüberwachung und zur Erhebung von Tatorten eingesetzt werden. Dabei seien die unbemannten Systeme sehr risikoarm und somit eine zukunftsträchtige Technik im Sicherheitssektor. Erforderlich seien allerdings die Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen, eine fundierte Ausbildung der Steuerer und die zielgerichtete Planung des Einsatzes der Drohnen.

Dritter Referent des Forums war Herr Matthias Rosenberg, Vorstand der Controllit AG in Hamburg. Er stellte das Business Continuity Management (BCM) als erforderliche Managementaufgabe in einer vernetzten Wirtschaft vor. Das BCM befasst sich mit der Planung und Vorbereitung von Alternativen im Falle des Ausfalls von Ressourcen im Unternehmen oder der Unterbrechung von Geschäftsprozessen. Ursachenunabhängig gehe es dabei um die Frage, wie Ausfälle in den Themenfeldern Lieferanten, Gebäude, IT und Personal kompensiert werden können. Das BCM stelle damit eine notwendige Ergänzung anderer Maßnahmen des Sicherheitsmanagements dar.

Herr Florian Fleischmann, Managing Director der Firma HRForecast, beendete die Vortragsreihe des Sicherheitsforums. Zusammen mit dem Studiengangleiter Prof. Dr. André Röhl erläuterte er die Ergebnisse einer datenbasierten Stellenprofilanalyse für Mitarbeiter der Sicherheitswirtschaft. Dabei wurden mithilfe weltweiter externer Daten Stellenprofile der Sicherheitsbranche analysiert und kategorisiert sowie über die Bewertung aktueller Patententwicklungen Schlussfolgerungen für künftige Profile gezogen. In der Studie zeigte sich, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern die Nachfrage maßgeblich bestimmten, dass aber auch große Unterschiede beim Innovationsgrad technischer Neuerungen feststellbar waren. Insgesamt werde die Nachfrage nach Sicherheitsmanagern, die in der Lage sind, ganzheitliche Sicherheitskonzepte unter Berücksichtigung des aktuellen Standes der Technik zu entwickeln, weiter zunehmen. Die Studie "Stellenforecast Sicherheitsmanagement 2018" wird in Kürze auf der Website der NBS zum Download bereitgestellt.

Neben spannenden Fachvorträgen nutzten die Teilnehmer in den Pausen und beim Mittagessen die Gelegenheit des fachlichen und persönlichen Austauschs. Es wurden viele angeregte Gespräche geführt und neue Kontakte geknüpft. Die NBS, allen voran der Organisator Prof. Dr. André Röhl, blickt auf ein sehr erfolgreiches Sicherheitsforum 2018 zurück und bedankt sich an dieser Stelle für das Mitwirken und die Teilnahme aller Redner und Gäste. Auch im nächsten Jahr wird die NBS wieder einladen, um Fachvertreter der Branche an einen Tisch zu bringen und somit zur Vernetzung der Hamburger Sicherheitswirtschaft mit der Wissenschaft beizutragen.